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"Cool down" -
Der Winter 2009/10 bleibt vielen als schneereich, hart und lange in Erinnerung. Das Gefühl eines Kaltwinters macht sich breit: Ereignisse, wie die massiven Schneefälle am 30. November mit 88 Zentimeter innert 24 Stunden in Andermatt, die rekordverdächtige Kälte mit neuen Dezembertiefstwerten am 20. Dezember, die konkurrenzlos vielen Neuschneetage im Januar in Zürich, der kälteste Januar seit 23 Jahren, die -
Die Ostküsten-

Die eisigen Temperaturen und die zahlreichen, teils geschichtsträchtigen Schneestürme schreien nach der Frage: Ist der schneereiche Winter ein Zeichen dafür, dass die globale Erwärmung nicht stattfindet?
Die kurze Antwort darauf: Nein, die Erde erwärmt sich. Die wahre Geschichte zum Winter 2009/10 handelt nicht von der globalen Erwärmung sondern von Klimavariabilität. Die Klimavariabilität erklärt, wie kalte Winter, rekordverdächtige Schneestürme und die globale Erwärmung nebeneinander existieren können. Analysen des aktuellen Winters bestätigen die Erkenntnisse zur Klimavariabilität und erhöhen somit das Verständnis unseres Klimasystems.
Bereits im Oktober 2009 hat die NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) auf das bevorstehende, gut bekannte El Niño-


Arktische Oszillation
Die atmosphärischen Druckverhältnisse über der Arktischen Region oszilliert zwischen zwei grundverschiedenen Mustern. In der positiven Phase der Oszillation herrscht über der Arktis tieferer Luftdruck als üblich und über den angrenzenden Regionen höherer Druck als üblich. Bei dieser Konstellation ist das polare Hochdruckgebiet weniger stark ausgeprägt, so dass die kalten Luftmassen in der Polarregion eingeschlossen bleiben. Bei der umgekehrten, der negativen Phase der Oszillation, ist der Luftdruck über der Arktis grösser und in der Umgebung tiefer als üblich. Das polare Hoch ist dann stark ausgeprägt und fördert Kaltluftausbrüche nach Süden in die niedrigeren Breiten. Bei einer stark negativen Arktischen Oszillation hemmen die polaren Ostwinde die übliche Westwindzirkulation.

Die Arktische Oszillation war im Winter 2009/10 über weite Strecken im tief negativen Bereich und blieb auf Tages-

Nordatlantische Oszillation
Die Nordatlantische Oszillation beschreibt die Westwindaktivität über dem Nordatlantik und Europa und gilt als wichtigster Indikator des Winterwetters in dieser Region. Sie zeigt die Luftdruckverhältnisse über dem Nordatlantik auf und oszilliert zwischen zwei entgegengesetzten Mustern. In der positiven Phase der Oszillation herrscht über den subtropischen Gebieten des Nordatlantiks (Region der Azoren) höherer Druck als üblich, über den subpolaren Gebieten des Nordatlantiks, Nordmeer bei Island, hingegen tieferer Druck als üblich. Bei dieser Konstellation wehen starke Westwinde, welche milde und feuchte Luftmassen nach Europa transportieren. In der negativen Phase herrscht über den Azoren tieferer Druck als üblich und über Island höherer Druck als normalerweise. In diesem Fall flauen die Westwinde ab, so dass eisigkalte Luft aus Norden und Nordosten nach Europa fliesst.
El Niño und die Arktische Oszillation sind bekannte Variationen des Klimas. Das Auftreten bereits eines einzelnen von ihnen kann extreme Wettererscheinungen auf dem Globus verursachen. Zusammen haben sie das Wettermuster des Winters 2009/10 dominiert. Die tropische Feuchtigkeit und latente Energie aus dem Pazifischen Ozean, welche durch El Niño hervorgerufen und nach Norden transportiert wird sowie die südwärts gerichteten Kaltluftvorstösse aus der Arktischen Region, ausgelöst durch die negative Arktische Oszillation, bildeten optimale Verhältnisse für mächtige Schneestürme an der Ostküste Nordamerikas. Der Jetstream verlief im vergangenen Winter sehr südlich und rückte teilweise bis zu den Azoren vor, ausgelöst durch ein massives, blockierendes Hochdruckgebiet über Grönland. Eine ähnliche Konstellation löste die eisigen Winter in den 1940er Jahren aus.
Während diese Konstellation an bestimmten Orten Schneestürme und eisige Kälte auslöste, ist die genau gleiche Variabilität für Rekordwärme und Trockenheit in anderen Regionen verantwortlich. Vor allem in Kanada, Grönland und von Nordafrika bis Ostasien konnten überdurchschnittlich hohe Temperaturen zwischen Dezember 2009 und Februar 2010 gemessen werden. Global gesehen waren die Monate Dezember 2009 bis Februar 2010 sogar die 5.-
Die tiefsten NAO-
Doch die negative Nordatlantische Oszillation agierte nicht alleine im Winter 2009/10. Das Auftreten des El Niño-
Die einzelnen „Fingerabdrücke“ von NAO und El Niño sind also bekannt, doch wie sieht ihr Gemeinschaftswerk aus? Aufgrund von langjährigen Beobachtungen bis in die späten 1800er hat die NOAA den Klimaeinfluss auf die Nordhalbkugel durch NAO und El Niño rekonstruiert. Während der Kaltwinter in Eurasien auch ohne El Niño-
Die negative Nordatlantische Oszillation verursacht über Eurasien und Teilen Nordamerikas grundsätzlich eisige Kälte. Entgegengesetzt führt sie zu grosser Wärme über Grönland, Nordafrika und Saudi-
Die beobachteten Temperaturabweichungen auf der Nordhalbkugel im Winter 2009/10 können anhand der Resultate des NOAA aus der Kombination von NAO-

Quellen und weitere Info
http://www.climatewatch.noaa.gov/2010/articles/can-
NOAA: http://www.noaa.gov/